Der Preis der Gerechtigkeit

Der Preis der Gerechtigkeit ist ein Artikel in DIE ZEIT vom 07.03.2019.

Der Autor: Mark Schieritz.

Mark Schieritz ist ein wirtschaftspolitischer Korrespondent.

Weiteres siehe bitte im Web.

Er erhielt unter anderem den Medienpreis der Keynes-Gesellschaft. (erinnere Dich bitte im weiteren Text daran, er erhielt einen „Preis“:

 

Siehe jetzt „Betrug und Selbstbetrug“ und dort bei ca. 70% den in

grüner Schrift hervorgehobenen Nachtrag vom 24.05.2017 über die Süßwasser- und Salzwasserökonomen. Dort beschreibe ich, dass die Ökonomen Robert Solow und Mario Draghi, die beide Anhänger des Keynesianismus (von John Maynard Keynes) sind, "learning bei doing" praktizieren.

 

Das bedeutet – natürlich nur für mich -, dass Mark Schieritz wahrscheinlich nicht weiß, was er von sich gibt. Das ist keine Behauptung, dies beweist Mark Schieritz selbst durch seinen Text.

Zuerst veröffentliche ich hier den Artikel im Originaltext.

Danach wird dieser Artikel von mir kommentiert.

 

Meine Überschrift dieses Artikel würde lauten:

Achtung! Hinterhältige, empathielose und menschenverachtende Rhetorik - unbewusst?

Der Preis der Gerechtigkeit

Von Mark Schieritz DIE ZEIT 07.03.2019

 

Wer höhere Löhne gut findet, muss dafür zahlen.

 

 Sind Sie der Meinung, dass Ihr Paketbote ordentlich bezahlt werden sollte? Die Erzieherin Ihrer Kinder? Der Pfleger, der sich um Ihre Mutter kümmert? Die meisten Menschen werden auf diese Fragen wahrscheinlich mit Ja antworten. Es ist in der Tat moralisch nicht leicht zu begründen, warum jemand, der einen anderen Menschen pflegt, nur halb so viel verdient wie einer, der am Fließband eine Karosserie zusammenbaut.

Insofern ist es eine gute Nachricht, dass sich die Tarifparteien am Wochenende nach langen Verhandlungen auf einen vergleichsweise kräftigen Anstieg der Löhne im öffentlichen Dienst geeinigt haben. Ausgebildete Pflegekräfte beispielsweise erhalten jetzt bis zu 380 Euro mehr brutto im Monat.

Die Länder müssen daher allerdings etwa sieben Milliarden Euro mehr für Personal ausgeben. Und das Geld fällt nicht vom Himmel, sondern kommt aus dem Haushalt und fehlt damit wieder an anderer Stelle. Womit wir beim Kern der Angelegenheit wären: Wenn Paketboten, Erzieher oder Pfleger anständig bezahlt werden sollen, dann muss das wiederum jemand bezahlen. Und das sind am Ende wir alle. Die Versandgebühren steigen, die Steuern, die Beiträge zur Pflegeversicherung.

Anders gesagt: Wer faire Löhne will, der muss auch faire Preise bezahlen. Deshalb ist die Frage nach dem angemessenen Lohn hochpolitisch. In Wahrheit profitiert ein Teil der Bevölkerung durchaus davon, dass der andere Teil für wenig Geld schuftet und zurzeit nur dank staatlicher Zuschüsse genug zum Leben hat. Wenn die Gehälter im unteren Einkommensbereich kräftig steigen sollten, dann gäbe es keinen Döner für 3,50 Euro mehr und auch keinen Herrenhaarschnitt für zehn Euro. Dann würden diese Dinge teurer.

Wie das in der Praxis aussieht, kann man sich in der Schweiz anschauen. Dort liegt der Mindestlohn für einen ungelernten Arbeiter im Gastgewerbe umgerechnet bei über 3000 Euro im Monat, dafür ist aber eine Pizza in Städten wie Zürich selten unter 20 Euro zu haben, und ein Restaurantbesuch mit der Familie ist auch für Gutverdiener ein Luxus. Das ist der Preis der Gerechtigkeit.

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Kommentar von Ulrich H. Rose am 19.03.2019:

 

Der Preis der Gerechtigkeit. Von Mark Schieritz. DIE ZEIT 07.03.2019

 

 

Der Preis der Freiheit. Der Preis des Glaubens. Der Preis der Macht. Der Preis der Lüge. Der Preis für eine gute Ehe gegen den Preis des Reizes.

 

Treffender wäre statt Preis „die Kosten“ oder noch besser „die Folgen“.

 

Was bedeutet der Begriff Preis?

a. was kostet das?

b. die Verleihung eines Preises als Anerkennung für etwas Positives, für eine Lebensleistung, für einen sportlichen Erfolg, etc.

 

Umgangssprachlich wurde aus dem Preis, den positiven Erfolg würdigen, die Folgen von positiv oder negativ besetzen Begriffen bedenken.

 

Siehe jetzt „Definition GerechtigkeitER DAW 21

 

Nun zurück zur Überschrift „Die Folgen der Gerechtigkeit

 

Da es keine Gerechtigkeit gibt, es sei denn zwischen zwei Personen, die einen idealen Einigungs-Zustand erzielen, kann die Überschrift auch in „Die Folgen des Streites oder des Streitens“ oder in „Die Folgen des sich nicht einigen Könnens“ umgetextet werden.

 

Wer höhere Löhne gut findet, muss dafür zahlen.

 

Warum muss? Das bedeutet:

Wer höhere Löhne schlecht findet, der muss dafür nicht zahlen – kann aber.

 

 Sind Sie der Meinung, dass Ihr Paketbote ordentlich bezahlt werden sollte? Die Erzieherin Ihrer Kinder? Der Pfleger, der sich um Ihre Mutter kümmert?

 

Achtung! Hier wird mit übelster Rhetorik hantiert! Besser und richtig wäre keine Frage, sondern eine Feststellung, dass Paketboten, Erzieherinnen, Pfleger und Pflegerinnen schlecht bezahlt werden!

 

Die meisten Menschen werden auf diese Fragen wahrscheinlich mit Ja antworten. Es ist in der Tat moralisch nicht leicht zu begründen, warum jemand, der einen anderen Menschen pflegt, nur halb so viel verdient wie einer, der am Fließband eine Karosserie zusammenbaut.

Insofern ist es eine gute Nachricht, dass sich die Tarifparteien am Wochenende nach langen Verhandlungen auf einen vergleichsweise kräftigen Anstieg der Löhne im öffentlichen Dienst geeinigt haben. Ausgebildete Pflegekräfte beispielsweise erhalten jetzt bis zu 380 Euro mehr brutto im Monat.

 

Die Länder müssen daher allerdings etwa sieben Milliarden Euro mehr für Personal ausgeben.

 

Hier schürt Mark Schieritz eine Angst, die auch in den weiteren Sätzen anklingt, nur diese Angst ist unbegründet, denn diese 7 Milliarden Euro, die wirken sich positiv auf die Wirtschaft aus und von diesen 7 Milliarden Euro fließen einige Milliarden durch direkte und indirekte Steuern wieder an den Staat zurück. Und dann seien noch die Menschen erwähnt, denen es durch anständigere Löhne deutlich besser geht, denn die Menschen werden meistens bei dem Jonglieren mit den großen Summen vergessen.

 

Und das Geld fällt nicht vom Himmel, sondern kommt aus dem Haushalt und fehlt damit wieder an anderer Stelle. Womit wir beim Kern der Angelegenheit wären: Wenn Paketboten, Erzieher oder Pfleger anständig bezahlt werden sollen, dann muss das wiederum jemand bezahlen. Und das sind am Ende wir alle. Die Versandgebühren steigen, die Steuern, die Beiträge zur Pflegeversicherung.

Anders gesagt: Wer faire Löhne will, der muss auch faire Preise bezahlen.

 

Deshalb ist die Frage nach dem angemessenen Lohn hochpolitisch. In Wahrheit profitiert ein Teil der Bevölkerung durchaus davon, dass der andere Teil für wenig Geld schuftet und zurzeit nur dank staatlicher Zuschüsse genug zum Leben hat. Wenn die Gehälter im unteren Einkommensbereich kräftig steigen sollten, dann gäbe es keinen Döner für 3,50 Euro mehr und auch keinen Herrenhaarschnitt für zehn Euro. Dann würden diese Dinge teurer.

Wie das in der Praxis aussieht, kann man sich in der Schweiz anschauen. Dort liegt der Mindestlohn für einen ungelernten Arbeiter im Gastgewerbe umgerechnet bei über 3000 Euro im Monat, dafür ist aber eine Pizza in Städten wie Zürich selten unter 20 Euro zu haben, und ein Restaurantbesuch mit der Familie ist auch für Gutverdiener ein Luxus.

 

Das ist ebenfalls rhetorisch unterste Schublade und zeigt nur die eine Seite, die negative auf.

Meine Schwester lebt seit Jahrzehnten in Dänemark. Dort sind die Verhältnisse ähnlich wie in der Schweiz. Dort wird auch das doppelte verdient wie in Deutschland oder ähnlich viel wie in der Schweiz. Luxusgüter, wie Autos oder auch Alkohol kosten dort sehr viel. Das ist so o.k., wenn die Menschen dort von ihrem Lohn – ohne staatliche Zusatzleistungen, wie in Deutschland – gut leben können.

 

Außerdem: Gutverdiener verdienen in der Schweiz deutlich mehr, als die 3.000.- Euro. Diese können sich eine Pizza für 20.- Euro locker leisten.

 

Das ist der Preis der Gerechtigkeit.

 

Das ist der Preis des Mark Schieritz für das Studium in London (London School of Economics), was dazu geführt hat, dass er in einer Gedankenwelt der Abgehobenen keinen Zugang zur Realität mehr hat. Ähnlich sind auch Politiker unterwegs. Denke dabei an „Betrug und Selbstbetrug“! Ob er mit diesem Artikel bewusst oder unbewusst unterwegs ist, das möchte ich nicht bewerten.

Wenn bewusst, dann würde das einem Soziopathen entsprechen.

Wenn unbewusst, dies ist wahrscheinlicher, dann ist er ein bedauernswertes Gemenge an Aminosäuren.

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Kritisieren ist immer einfach. Schwerer ist es Lösungen anzubieten.

Ich biete immer Lösungen an, auch hierzu.

Lies dazu "Der Gleichmachungswahn" ER DAW 29.

Dort findest Du am Anfang eine Zahl 140.000.-Euro Vermögen/Bürger.

Umsetzbarkeit: Sehr gering wegen der Mächtigen.

Hier geht es weiter zu "Aktueller Wahnwitz und Irrsinn"

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