Was ist ein Begriff?

Gedanken über Begriffe:

"Was ist ein Begriff" ist ursprünglich vom 27.08.2015 und ist in der Nr. 144 "Gedanken über die Hermeneutik" zu finden.

Beginnen möchte ich mit einigen Begriffs-Beispielen:

 

Haus:
Wenn ich mit Dir rede, dann kann ich ohne weiteres in einem Satz den Begriff "Haus" verwenden, ohne Dir diesen Begriff näher zu erklären.
Der Begriff "Haus" ist allgemein verständlich und braucht nicht näher erklärt werden.

Wobei, und näher betrachtet, der Begriff "Haus" ist befrachtet, eher überfachtet mit vielen weiteren Begriffen.
Ein Haus kann bestehen aus Ziegelsteinen und aus Ziegeln, aus Fenstern und Türen, aber auch aus Holzwänden oder Beton.
Die Türen wiederum können aus Metall, aus Kunststoff oder Holz sein.
Befestigt werden die Türen und Fenster mit Dübeln und Schrauben oder Schlagstiften. u.s.w., u.s.w.,
Das bedeutet, der Begriff Haus setzt sich zusammen aus vielen einzelnen Begriffen. Zusammen ergibt das dann den Begriff „Haus“.
Die vielen einzelnen Begriffe, wie Ziegelstein, Fenster etc. sind auch bekannt und deshalb kausal mit dem Begriff Haus in Zusammenhang zu bringen.
Und auch, wozu das Haus da ist, zum darin Wohnen, um uns vor der Natur zu schützen, u.s.w., das ich hinlänglich bekannt und muss nicht näher erklärt werden.

In dieser, noch sehr frühen, Phase des Erklärens möchte ich schon auf die BeLo, die
Begriffserschließungslogik eingehen.
Alle "herleitenden Begriffe" zum Begriff "Haus" sind geklärt.
Somit braucht das Haus nicht näher erklärt, definiert werden - es sei denn, jemand fragt im Speziellen nach, weil er wissen will, um welches Haus es sich handelt, ein Holzhaus, ein Steinhaus, ein kleines Haus, ein großes Haus, ein ...

 


Biene:
Auch allgemein verständlich. Einige Menschen können z. Bsp. Bienen nicht von Wespen unterscheiden.
Dann ist eine Definition der Biene notwendig und die Unterschiede zur Wespe müssen aufgezeigt werden.

 


Sandkorn:
Auch allgemein verständlich.
Das Sandkorn ist sehr klein, aber noch mit dem Auge zu sehen.

 


Was ist mit noch kleineren Dingen, die wir nicht mehr sehen können, da sie zu klein sind?

Bakterie:

Für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar.
Hier sind nur die Auswirkungen für uns spürbar durch die Krankheiten, die Bakterien verursachen.

 


Mit den Bakterien, mit den Viren und weiter mit den Atomen beginnt der Glaube an die Wissenschaft. Um sehr kleine Dinge sichtbar zu machen mussten sich die Menschen etwas einfallen lassen.
Durch viele gescheite Menschen sind wir heute in der Lage unseren Glauben durch Wissen zu reduzieren mittels eines Mikroskops etc.
D.h., indirekt bekommen wir - über technische Geräte – und anhand von Fotos mitgeteilt, dass diese kleinsten Dinge existieren.

Im wahrsten Sinn des Wortes "begreifen" können wir die sehr kleinen Dinge nicht mehr.


Hier beginnen die Vorstellungen von Dingen, von Begriffen, die nicht mehr sichtbar, die nicht mehr "begreifbar" sind.


Auch die Vorstellungen in den einzelnen Köpfen sind nicht sichtbar zu machen, oder können von einer anderen Person begriffen werden.
Das hängt damit zusammen, dass die jeweilige Vorstellung von einem Bakterium davon abhängt, welche Bilder man davon sah.


Nun zur Entwicklung solcher Vorstellungen, die dann in neue Begriffe gefasst werden:
Irgendwann hat ein neugieriger und gescheiter Mensch eine neue Vorstellung von etwas bisher Unbekanntem. Wenn dieser Mensch Glück hat, dann bestätigt sich irgendwann mal seine Vorstellung. Im ungünstigsten Fall wird seine Vorstellung durch eine neue = bessere? verworfen.

Ganz pragmatisch:

Die größten Überlebenschancen haben die Vorstellungen, die
- schwer widerlegbar sind und
- die durch Dogmen und Gewalt (zur Machterhaltung und gegen jede Vernunft) am Leben erhalten werden.


An diesem Punkt angelangt möchte ich gleich auf die Ehre verweisen, die vielen Menschen das Leben gekostet hat.
Es ist keine Ehre für das Vaterland zu sterben, wenn "die da ganz oben" sich mehr als unehrenhaft verhalten.



Mit dem Begriff Ehre sind wir bei Begriffen angekommen, die ebenfalls nicht greifbar, begreifbar sind.

Zum Begriff "Ehre" kann es keine Vorstellung geben, da es von der "Ehre" kein Bild gibt.

Mit dem Begriff "Ehre" begeben wir uns auf den breiten Weg der Interpretationen, der ins Nirwana führt.

Ich hätte statt Nirwana auch "NICHTS" schreiben können, nur ich wollte bewusst diesen Satz mit einem Wort abschließen, welches der Interpretation bedarf.


Jetzt zu 3 Sätzen mit dem Begriff "Ehre":
A. Es ist mir eine Ehre sie kennen zu lernen.
B. Erweisen sie mir die Ehre, mich am ... zu der Aufführung begleiten.
C. Ich darf sie mit dieser Urkunde für ihre Leistungen ehren.

Alle 3 Sätze sind "künstlich aufgeblähte Sätze".
Aufgeblähte Sätze enthalten Begriffe, die nicht sicher "(be-)greifbar" und vor allem nicht sicher definierbar sind.


Wenn statt des Wortes "Ehre" z. Bsp. die "Freude" verwendet wird, dann sind die Sätze weniger aufgebläht und leichter begreifbar, da Freude den meisten Menschen bekannt und somit auch als Begriff – im Zusammenhang mit anderen Begriffen, wie Urkunde – vermittelbar ist.



Mut:

Wenn wir über Mut reden, dann sollten wir auch über die Angst reden und auch über das Gegenteil vom Mut, der Feigheit.
 

Mut ist etwas sehr Individuelles und hat mit vielen Einflussgrößen, wie der guten, körperlichen Verfassung, der hohen Dopaminkonzentration, der Beachtung durch Andere, der Forderung durch Andere, des an Grenzen kommen, u.s.w., u.s.w. zu tun.

Hinzu kommt noch die Bandbreite von großem Mut bis hin zu geringem Mut.

 

In gleichem, nur umgekehrtem Maße reduzieren sich die Beschreibungen des Mutes und verkehren sich ins Gegenteil, der Feigheit.

 

Hier hinein spielt dann auch noch die Angst, die nicht immer eindeutig der Feigheit zuzuordnen ist, denn es gibt auch scheinbar feige Menschen, die ab einem gewissen Grad der Angst sich sehr mutig zeigen.

 

Alles in Allem will ich mit dem Beispiel-Begriff „Mut“ aufzeigen, dass mit solch einem Begriff – der im Wortsinn nicht fassbar ist – etwas beschrieben wird, was wohl zu verorten, aber doch nicht eindeutig zu verorten ist. Es wird eine spezielle Eigenschaft beschrieben, die auch noch von der individuellen Situation und dem Beurteilenden  abhängt.

 

Mit der BeLo (Nr. 215) kann der Begriff Mut als schwacher Begriff eingeordnet werden, da dieser auch nur mit schwachen Begriffen beschrieben und umschrieben werden kann.

 

Vernunft:

Da die Vernunft oder der Verstand nur bei jedem 120.000sten Menschen anzutreffen ist, aus diesem Grunde macht es keinen Sinn an die Vernunft (ER DAW 23) oder den Verstand eines Menschen zu appellieren. Vernunft oder Verstand sind "sehr schwache Begriffe" und sollten vermieden werden!

Eine Frage an Dich: Glaubst Du, dass die FIFA so vernünftig ist, dass die Fußball-WM 2022 aus Katar verbannt wird - weil sehr sehr unvernünftig? Ich denke, dass kein einziger vernünftiger Mensch bei der FIFA zu finden ist! Da braucht es - wie immer - Druck von außen. Nur diesen, dann von außen, Drückenden Vernunft zu unterstellen, das führt zu weit!

________________________________________________________

 

An dieser Stelle vorweggenommen die Unterteilung der Begriffe in:

 

Starke Begriffe, schwache Begriffe, sehr schwache Begriffe, Hirngespinste, sinnlose Begriffe und Kaugummibegriffe

________________________________________________________


Sünde:
Hier verhält es sich so ähnlich, wie beim Mut. Die Sünde ist wesentlich schwächer einzustufen, da mit ihr etwas zum Ausdruck kommen soll, welches über die BeLo kaum noch hergeleitet werden kann.

Mit Sünde wären auch weitere sehr schwache Begriffe und auch Hirngespinste in Verbindung zu bringen, um die Sünde in etwa beschreiben zu können, wie Glaube und Gott.

 

 

Glaube:

Ein Begriff, der in einer logischen Welt nicht existieren darf, allenfalls nur als Beschreibung eines unlogischen Zustandes geistiger Umnachtung, und da er für die anderen Begriffe nur als störend betrachtet werden kann, weil es weitere Hirngespinste hervorbringt.



Gott:

Eindeutig ein Hirngespinst, welches nur dazu da ist, um

a. Abhängigkeiten zu schaffen und

b. Verantwortungen abzuwälzen und

c. Macht über die Gottgläubigen auszuüben.

Gott, wie auch der Teufel können einem logisch denkenden Menschen nicht vermittelt werden. Das Einzige, was ein Begriff, wie Gott bewirken kann ist, dass er mit dem Transportmittel „Glauben“ in unsere Gehirne eindringt und diese vergiftet. Solch vergifteten Gehirne beginnen dann an etwas nicht Existierendes zu glauben.
 

Das ist „in sich“ Wahnsinn. Nur, wer versteht das???
 

Siehe dazu unter Andauernder Wahnsinn - Mit Schwachsinn Schwachsinn bekämpfen:

"Die gelb-blau karierte Stahlbetongurke bringt uns vielleicht zur Vernunft"

 

 

Gerechtigkeit:
Ein Sonderfall, den ich im Erkenntnis-Reich unter "Definition Gerechtigkeit" (DAW 21) beschreibe. Lies das erst mal durch. Solche Begriffe wurden bisher nicht logisch durchdacht (siehe Martha Nussbaum) und unzutreffend beschrieben. Eigentlich macht es keinen Sinn solche Begriffe "unters Volk" zu streuen, da damit suggeriert wird, dass es Gerechtigkeit gibt.

Gerechtigkeit gibt es nur theoretisch, nicht praktisch! UHR vom 09.05.2017

 

Ich ordne "Gerechtigkeit" den "sinnlosen Begriffen" zu, da diesem Begriff kein logischer Sinn (bei uns Menschen) zuzuordnen ist.

 

Zu den sinnlosen Begriffen gehört auch die "soziale Gerechtigkeit", ein furchtbarer Begriff, der nur Verwirrung und Unruhen stiften kann. Auch die Versöhnung ist ein sinnloser Begriff. Sie kommt ähnlich schwammig daherkommt, wie die Gerechtigkeit. Schon vor ca. 2.500 Jahren bezeichnete Aristotels den "leeren Raum" als sinnlosen Begriff.

Gott ist nach meinen Überlegungen nicht nur ein sinnloser Begriff oder Hirngespinst, wie ich es weiter oben beschreibe, Gott ist auch ein "schädlicher Begriff".

 

Siehe dazu "Andauernder Wahnsinn Glaube", er führt Dich ebenfalls zur gelb-blau karierten Stahlbetongurke!

 

______________________________

06.03.2017:

Mein Vorschlag wäre es, um aus diesem Dilemma zu entkommen, bestimmte Begriffe, die nicht sinnvoll sind, die nicht sinnstiftend sind, die vorrangig zu Streit, Krieg und gegenseitigem Hass führen, dementsprechend zu benennen, sie zu kennzeichnen, sie zu meiden und letztendlich sie zu ächten.

 

Die vorrangig zu vermeidenden Begriffe wären: Gott und alle möglichen Varianten von Gott und Teufel und Geist und Geistern. Damit würde der Sumpf des Glaubens ausgetrocknet mit der positiven Folge, dass die Welt friedlicher würde.

 

Vorerst weitergeführt am 06.03.2017 und einen Tag später beendet.

 

 

Siehe auch "Vollkommene Begriffe"


Siehe auch die Nr. 105 "Die Begriffe Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Unterbewusstsein und bewusst kritisch betrachtet."

 

Zusammenfassung: Es gibt 6 verschiedene Begriffe.

 

Starke Begriffe,

schwache Begriffe,

sehr schwache Begriffe,

Hirngespinste,

Hirngespinste = häufig "schädliche Begriffe", oder das Gehirn schädigende Begriffe, wie Gott.

 

sinnlose Begriffe. = Treibsand-Begriff

Zu den sinnlosen Begriffen zähle ich auch die Begriffe "konfabulieren" und "Narrativ", die ich in "Betrug und Selbstbetrug" als Treibsand-Begriffe bezeichne. Evtl. werde ich den Begriff "Treibsand-Begriff" hier noch anfügen. Die Begriffe konfabulieren und Narrativ sind deshalb Treibsand-Begriffe, weil der Aussprechende, wie der Zuhörende darin - ergebnislos und hilflos - versinkt. "Betrug und Selbstbetrug" ist mit Abstand die Wichtigste Abhandlung in allen 3 Domains von mir.

"Betrug und Selbstbetrug" ist eine Herausforderung an das DenKen, an Dein Gehirn.

 

Kaugummibegriffe

An "Kaugummibegriffen" kannst Du, je nachdem, wonach Dir der Sinn steht, ziehen, wie an einem Kaugummi.

Ein Beipiel: sinnvoll (und dies nach sinnlosen Begriffen!)

Sinnlos = ohne Sinn, das ist leicht erklärt, nur sinnvoll = voller Sinn, das ist viel schwerer zu erklären, da hier viel reininterpretiert werden kann.

Zum Beispiel: Was bedeutet Sinn und dann noch voller Sinn? Bis zum Rand voll Sinn!

Sieh Dir mal an, wie ich "mein DenKen" - in einem Satz - mit 3 x "sinnvoll" beschreibe.

Hinweis: Das ist gegen Ende dieses LINKS zu finden.

Das bedeutet, weil ich das Wort "sinnvoll" dort verwende, wirkt der ganze Satz eher "sinnlos"! Habe ich Dich jetzt verwirrt?

 

________________________________________________________

Es gibt 6 verschiedene Begriffe: Starke Begriffe, schwache Begriffe, sehr schwache Begriffe, Hirngespinste, sinnlose Begriffe + Kaugummibegriffe. Ulrich H. Rose vom 09.05.2017

________________________________________________________

Hier geht es weiter zur "Begriffserschließungslogik"

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ulrich Rose

E-Mail